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"Ein starkes Zeichen für jüdisches Leben in Deutschland" - Rede von Pastor Thieme-Hachmann auf der Kundgebung am 5. September

"Ein starkes Zeichen für jüdisches Leben in Deutschland" - Rede von Pastor Thieme-Hachmann auf der Kundgebung am 5. September
Veröffentlicht von Joachim Thieme-Hachmann am Mi., 8. Sep. 2021 18:16 Uhr
Neuigkeiten

Ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus setzten am Sonntag, 5. September, in Heikendorf bis zu 500 Teilnehmende auf der Demonstration „Davidsterne für Heikendorf“, die von der Kirchengemeinde Heikendorf, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, dem Kieler Bündnis gegen Antisemitismus und Rassismus und zahlreichen weiteren Gruppen und Organisationen der Zivilgesellschaft initiiert worden war.

Im Gegensatz zu Befürchtungen vor gewalttätigen Ausschreitungen nahm die Demonstration einen friedlichen und, trotz des ernsten Anlasses, zum Teil fröhlichen Verlauf.


„Wir demonstrieren heute nicht gegen einzelne Menschen“, erklärte Pastor Thieme-Hachmann und ergänzte: „Sondern (wir) fordern dazu auf, dass jede und jeder sich überprüft, wo er oder sie ausgrenzende, diskriminierende Muster in sich wahrnimmt, die nur darauf warten, geweckt zu werden“. Der Heikendorfer Pastor betonte: „Wir setzen uns ein dafür, dass jüdisches Leben einen selbstverständlichen Platz in Deutschland hat, auch in kleinen Orten wie Heikendorf." Darüber hinaus regte er die Verlegung eines Stolpersteins vor dem Grundstück an, auf dem sich die letzte Jüdin im Dritten Reich vor ihrer Deportation umgebracht hatte. (Hier ist die Rede nachzulesen.)

Bereits zu Beginn der Demonstration hatte der Heikendorfer Bürgermeister Tade Peetz eine Erklärung der Heikendorfer Gemeindevertretung verlesen und erklärt: „In Heikendorf ist kein Platz für Antisemitismus!“ Thieme-Hachmann appellierte an ihn, den Worten auch Taten der Unterstützung für Menschen folgen zu lassen, „die sich antisemitisch bedrängt …, oder auf andere Weise ausgegrenzt fühlen“.

Zahlreiche Redner*innen forderten konsequente Wachsamkeit gegenüber antisemitischen Umtrieben, so Gabi Schwind-Wiese, Kreistagsabgeordnete der Linken, die dazu aufforderte, „betroffenen Menschen (zu)zuhören und sich (ihnen) zur Seite zu stellen“.


Walter Joshua Pannbacker, Antisemitismusbeauftragter des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein,  und Thieme-Hachmann, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kiel und Umgebung ist, kündigten an, nach den Herbstferien eine Reihe von Veranstaltungen zum Judentum und zum christlich-jüdischen Verhältnis durchzuführen. "Wir sollten uns besser kennenlernen", so der Wunsch für die Zukunft.

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